Technische und digitale Frühförderung im Kindergarten?

Lieben - Lachen - Lernen - Leisten

Meine Antwort basiert auf den Erfahrungen als Vater und Mitbetreiber eines Kindergartens und lautet: JA, sofern gewisse Rahmenbedingungen gegeben sind und die Lebensfreude der Kinder gestärkt wird.

„If we teach today´s students as we taught yesterday´s, we rob them of tomorrow“
— (John Dewey)

Unsere Kinder wachsen in einer technologisierten Welt auf. In wenigen Stunden werden mehr (digitale) Inhalte generiert als in den beiden Jahrtausenden davor. Unser Leben und das unserer Kinder ist dynamischer, unberechenbarer und komplexer geworden.

Zur Bewältigung zukünftiger globaler Herausforderungen werden unsere Kinder andere Kompetenzen benötigen als jene, die wir Eltern erlernt haben.

Den technologischen Fortschritt zu ignorieren, kann keine Lösung sein. Wir sollten uns vielmehr bemühen, unsere Kinder - altersgerecht - mit ihrer (technologisierten) Umwelt vertraut zu machen und den bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit der Materie zu fördern.

Die Konsequenz fehlender Erneuerung wäre, dass sechs wichtige Entwicklungsjahre unserer Kinder – auch als goldene Lernjahre bezeichnet - ungenutzt vorübergehen.

Witchcraft to the ignorant, … simple science to the learned
— (Leigh Brackett)
Educating the mind without educating the heart is no education at all
— (Aristoteles)

Im TEKONEKO Kindergarten gehen wir einen neuen Weg und haben einen Lernplan entwickelt, der die komplementären Bildungsschwerpunkte MINT * und Nachhaltigkeit kombiniert.

Damit das gelingt, haben wir ein „System des Lernens“ geschaffen, in dem die Schwerpunkte -ausgewogen mit den anderen Entwicklungsbereichen - eingebettet sind:

Ein Leitmotiv heißt: „Spielen ist lernen“. „Lernen“ ist in unserem Kontext die Förderung von kognitiven, motorischen, sozialen und emotionalen Kompetenzen. Kreativität, Lösungsorientierung und Teamfähigkeit spielen eine wichtige Rolle. Wissensaneignung ist ein Nebenprodukt.

Unser Augenmerk liegt auf der kreativen Herangehensweise an Aufgabenstellungen („der Weg ist das Ziel“), das Ergebnis tritt in den Hintergrund. Bewusstseinsbildung und der verantwortliche Umgang mit unserer Umwelt sind wichtige Bestandteile. Technologie und digitale Medien sind Lernmaterialien und niemals Konsumationsgut.

Jede Woche beginnt mit einem neuen Projektthema. Die Aktivitäten sind vielfältig und sollen Neugierde wecken und zum Experimentieren anregen:

Kinder zerlegen alte Festnetztelefone und moderne Smartphones und lernen die unterschiedlichen Inhalte und Funktionsweisen kennen. 3-D Modelle bringen den Kindern den menschlichen Körper näher. Die visuelle Programmiersprache Scratch führt die Kinder in die Welt der Programmierung ein. Programmierbare Roboter wie Dash und Ozobots werden in den Musikunterricht integriert. Kinder basteln mit Klebepistole und handwerken mit Bohrmaschine und Hammer, etc.

Wir entbinden die Pädagogen von der Erstellung der Lerninhalte und erreichen damit zwei Ziele: Die Objektivierung der Qualität und die Ausrichtung auf die eigentliche pädagogische Arbeit, die individuelle Förderung der Stärken der Kinder. Trainingsprogramme unterstützen die Pädagogen dabei.

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Die Methodik, Herangehensweise, Kompetenzen, Schwerpunkte, Projektthemen, Lernmaterialien und Aktivitäten dienen einzig und allein dem „großen Ganzen“: dass die Kinder zu zufriedenen, selbstbewussten, selbstständigen und verantwortungsvollen Erwachsenen heranreifen.

Der Erfolg gibt uns recht. Die Kinder gehen mit großem Selbstbewusstsein, Natürlichkeit und Enthusiasmus an die neuen Herausforderungen heran und werden dabei liebevoll und kompetent begleitet.

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Unsere Sicht- und Arbeitsweise ist bis dato nur punktuell in den Kindergarten-Bereich eingeflossen. Veränderungen auf breiter Basis stehen ideologische und (bildungs)politische Zwänge entgegen.

Ein erster Schritt zur Veränderung sollte jedenfalls sein, Technologie und digitale Bildung in der pädagogischen Ausbildung zu verankern und Eltern die Ängste einer zu frühen Exposition ihrer Kinder mit Technologie und Digitalisierung zu nehmen.

Wir würden uns wünschen, dass ein zukunftsorientierter Ansatz in den Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis hin zur Oberstufe, Fuß fasst und werden – ganz nach dem Zitat von Steve Jobs – unseren Beitrag dazu leisten:

„We think different and are crazy enough to think we can change the world“
— (Steve Jobs)