Finanz-Wissens-Vermittler

There is only one thing in the long run more expensive than education: no education”
— John F. Kennedy, US-Präsident 1916 - 1963

Der Erste Financial Life Park, kurz FLiP genannt, ist in der Europäischen Union in der Tat etwas Einzigartiges. Auf knapp 1500 qm wird mit innovativen Methoden, interaktiven Stationen und digitalen Lernspielen ein breites Finanzwissen vermittelt. Zu finden ist dieser moderne "Wissenspark" auf dem neuen Erste Campus im Quartier Belvedere in Wien.

Grosszügiges Ambiente, schlichte Optik

FLiP hat einen engagierten und passionierten "Kopf". Philip List ist der Leiter dieser innovativen Wissensvermittlungsstätte. "Es gibt bis dato weltweit nur ganz wenige vergleichbare Einrichtungen," erläutert List eingangs. "Das MIDE in Mexico, das von einem überinsitutionellem Bankenverband inklusive Notenbank betrieben wird, ähnliche Einrichtungen finden sich in Washington und Ottawa, und in Europa, das Museo di Risparmio der SanPaolo Intesa Bank in Turin."

Keiner dieser Einrichtungen hatte allerdings die Chance, von Beginn an auf neu zu erschaffendem Gelände ein idealtypisches "Museum" hinzustellen. Genius loci von FLiP ist der Generaldirektor der Erste Group selbst: Andreas Treichl. Er wollte auf den freien Flächen keinen fremden Retailer auf dem Campus haben sondern warf die Idee eines Financial Literacy Centers in den Raum. Das war so Anfang der 10er Jahre des 21. Jahrhunderts. FLiP war geboren.

Heute steht man vor einem transparenten grosszügig gestalteten Wissenspark, der sich auf 2 Ebenen erstreckt, die wiederum mit unterschiedlichen Stationen bestückt sind. Die Optik ist dabei reduziert und schlicht. Im Mittelpunkt steht die Aktion bzw Interaktion des Besuchers und das zu vermittelnde Wissen.

Wissensvermittlung auf 3 Weisen

"Es kann durchaus passieren, dass Sie CEO Andreas Treichl durch den FLiP führt," erwähnt Philip List schmunzelnd. Treichl hat wie einige andere MitarbeiterInnen der Erste eine Ausbildung zum Vermittler absolviert und führt laut List leidenschaftlich gern durch sein Ideenprojekt. "Wir haben mit 18. Mai eine Soft-Opening Phase gestartet und die Nachfrage seitens unserer MitarbeiterInnen ist anhaltend gross," so List. Bis September wurde das FLiP schon 1.200 Mal besucht. "Momentan stehen wir in Verbindung mit den Sparkassen aus den Bundesländern. Damit wollen wir Schulklassen motivieren, nach Wien in  das FLiP zukommen und von einem ihnen bekannten "regionalen" Gesicht durch den Parkt geführt zu werden," erklärt List.

Dabei gibt es 3 Vermittlungsarten:

- den Vermittler
- die Interaktive Station
- das Wallet

3 Zielgruppen

Das FLiP richtet sich nach 3 "Wissensklassen": Schüler von 10 bis 13 Uhr sind Detektive, Entdecker sind 14 bis 17 Jährige und ab 18 Jahren ff ist man Experte. "Die Führungen werden individuell auf die Altersgruppen ein- und abgestimmt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die finanzielle Bildung in den Altersgruppen ist. Oft sind die jungen informierter als die Älteren," so Philip List zu den ersten Erfahrungen in der Soft Opening Phase. Das Ziel von FLiP ist klar: 

  • Förderung eines bewussten Umgangs mit Geld
  • Kompetenzen stärken
  • finanziellem Unwissen entgegen wirken

Beispiel von FLiP: Reality Check - Radle zu Deiner finanziellen Autonomie!

Während der Führung durch das FLiP wird selbst Philip List sportlich aktiv. Wir betreten einen Raum, der sich zunächst wie ein leistungsmedizinischer Untersuchungsraum anfühlt. Bei näherem Hinsehen verwandelt er sich in einen Leistungsfinanzbildungscheck. Auf dem "Radl" sitzend erklärt List die Station und ihre Aufgabe:

- Vertiefung des Wissens zu alltäglichen finanziellen Geschäften

- Die Gruppe wird in drei Teams aufgeteilt

- Sie meistern Aufgaben, die im täglichen Umgang mit Geld auf sie warten. 

- Ein Teammitglied erfährt die Auswirkungen auch körperlich: Der Widerstand des Ergometers ändert sich abhängig von den gegebenen Antworten.

"Lustig ist zu beobachten, dass immer wieder versucht wird, den Sportlichsten des Teams für diese Aufgabe zu gewinnen," meint List augenzwinkernd.

Der gesamte Erste Financial Life Park wurde von den renommierten Ausstellungsdesignern "Jungle Nervs" durchgestaltet. Die Stationen sind sehr abwechslungsreich mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen ausgelegt.

Die interaktiven Spiele wurden mit ExpertInnen der TU Wien, der WU Wien und PädagogInnen entwickelt. "Da und dort bessern wir jetzt auch noch im Soft Opening leicht nach, aber im Summe sind wir mit dem Angebot sehr zufrieden. Wir sind damit Europas Erste Finanzbildungsinisitive" erklärt Philip List nicht ohne Stolz.

wissenschaftlicher beirat internationaler Experten

Besonders angetan ist List vom Wissenschaftlichen Beirat, der das FLiP auch inhalltich unterstützt. Dieser "begrüßt" den Besucher auch zugleich am Beginn des Finanzbildungsparcours:


"Uns war von Anfang an wichtig, dass nicht der Eindruck entsteht, eine Bank versucht hier auf Kundenfang zu gehen sondern dass sie im Sinne eines Teils ihrer Gründungsidee, dem Gemeinwohlgedanken, ihr Wissen an die Menschen weitergibt," erklärt Philip List. "Daher sind wir sehr stolz, renommierte ExpertInnen für unseren Wissenschaftlichen Beirat gewonnen zu haben. Damit machen wir klar, dass wir uns HEUTE um die "Ausbildung" mündiger Bankkunden von MORGEN kümmern."

Bibliothek - der analoge Teil

Am Ende der Führung zeigt List noch die Bibliothek, deren Bestände kontinuerlich erweitert werden und den Schwerpunkt Geldpolitik, Ökonomie und Wirschaftswissenschaften haben. Abgerundet - im wahrsten Sinne des Wortes - wird die Bibliothek durch die Sparkassenwerbung der letzten 60 Jahre.

Am 28. Oktober ist es endlich soweit: das FLiP wird feierlich eröffnet. Wien hat dann ein innovatives Wissensvermittlungszentrum mehr. Wien steht wieder für Wissen. Und setzt mit dem FliP auf einen Unique Selling Point.  Ein Besuch lohnt sich!

Fotocredit: Lupi Spuma

(nh)