"Scheitern, scheitern, besser scheitern!"

“Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge.”
— Henry Ford

"Scheitern, scheitern, besser Scheitern" - das Zitat von Samuel Beckett diente für eine faszinierende Dokumentation über Harald Schmidt und Gert Voss, die sich über ihre Erfolge und Rückschläge ihrer Künstlerkarrieren unterhielten. Beide waren sich am Ende des Gedankenaustausches einig: die Rückschläge haben sie erst erfolgreich gemacht.

In Österreich fehlt es an einer Fehlerkultur. Diese fast als Wortspiel anmutende Aussage hat einen wahren Kern, den alle westlichen Industrien quasi als unverrückbares Dogma in den letzten Jahrzehnte vor sich tragen:
Produkte, Ergebnisse, Lösungen haben perfekt und fehlerlos zu sein. Die MitarbeiterInnen, die ArbeiterInnen haben fehlerlos zu sein. Scheitern ist mit Versagen konotiert. Und einem gesellschatlichen Stigma.

Digitale Revolution - Scheitern ist gefragt

Während  die Automatisierung & Robotisierung für Angestellte und Arbeiter als reales und konkretes Bedrohungsszenario ihrer künftigen Arbeitsplätze beschrieben wird, steckt genau hier eine Riesenchance für den Menschen und seine Fehler. Bestes Beispiel hierfür sind einmal mehr die US-Silicon-Valley Giganten wie Google: vor offiziellen Launches werden Beta-Versionen ihrer neuen Produkte bzw Lösungen in Umlauf gebracht. Beta-User testen das Produkt, scheitern, verbessern, suchen nach Alternativen und geben das Feedback dazu. So entsteht ein Produkt, das es durch viele Fehlersuchläufe geschafft hat und dennoch nicht völlig fehlerlos in seine Endbestimmung entlassen wird. Die neue digitale Welt lässt aber das mögliche Scheitern zu und die damit verbundenen Verbesserungsprozesse. Man denke nur an die ständig verbesserten Softwareausgaben für das IPhone. Mittlerweile wartet man bereits auf die Version von IOS 10.0. Gemeinsam mit den Usern wird an Fehlerbehebungen gearbeitet und Feedbackschleifen eingebaut.

Spielerisch scheitern - digitale Lernspiele als Chance

Scheitern kann Spass machen - und am Ende zu Innovation führen. Mit digitalen Lernspielen werden Kinder wie auch Erwachsene mit Spass und Vergnügen an das Faktum des Scheiterns gewöhnt. Es ist kein Versagen oder Stigma sondern eine Motivation, nochmals von vorne zu beginnen und mit den Erkenntnissen der bereits entstandenen Fehler einen anderen Weg zum gesteckten Ziel einzuschlagen. Die Flexibilität wird dabei genauso gefördert wie auch die fortlaufende Qualifizierung des Einzelnen, indem er/sie sich spielerisch mit der Herausforderung neu auseinandersetzt. Die Freude am Risiko wird gefördert - ein zentrales Element für ein innovationsfreudiges und - unterstützendes Umfeld. 

Durch den frühzeitigen Einsatz von digitalen Lernspielen wird bereits bei den Jüngsten die Basis dafür geschaffen, Freude am Risiko zu haben, Scheitern nicht als Versagen zu empfinden und Fehler als Chance für Neues und Kreatives zu entdecken. (nh)

Interessante Denkansätze dazu finden Sie auch unter www.denkraum-soziale-marktwirtschaft.de