Asi Burak - der Gamechanger

It is a game where you can take the role of one of the leaders. Take either the role of the Israeli Prime Minister or the Palestinian President.
— Asi Burak über sein Spiel PEACEMAKER

Es mutet wahrlich seltsam an, in dem relativ neuen Feld der "Digitalisierung" den Begriff Veteran zu verwenden. Wahrscheinlich ist Mark Zuckerberg so einer. Trotz seiner Jugend. Sicher ist, dass Asi Burak sich selbst so bezeichnet. Bis vor kurzem war der New Yorker mit israelischen Wurzeln Vorsitzender von Games for Change (G4C) - einem weltweiten Netzwerk für digitale Spiele, die eine gesellschaftliche Veränderung schaffen können und/oder Bildungsinhalte vermitteln.

PEACE MAKER

International erstmals Aufsehen erreichte Asi Burak durch die Konzeption des Videospiels PEACE MAKER: gemeinsam mit seinem Partner Eric Brown entwickelte er ein Format,  das den isrealisch-palästinensisches Konflikt thematisiert. Dieses hochkomplexe Spiel vor ernstem politischen Hintergrund wurde umgehend zu einem Erfolg: allein in Israel, dem Geburtsland von Burak, wurden mehr als 100.000 Spiele verkauft. Der "Social Impact" - also die gesellschaftliche Auswirkung -  war enorm. Sogar israelische Militärs versuchten sich an diesem politischen Videospiel.
"Ein israelischer Offizier war verwundert, dass er das Spiel verloren hatte, nachdem er die Palästinenser zur Aufgabe durch massives Bombardement gezwungen hatte.  Genau darum geht es eben bei Peace Maker nicht," erklärt Asi Burak. Der Entwicklung des Spiels gingen monatelange Recherchern bei NGOs, Studentengruppen und Vertretern der palästinensischen Regierung voran. "Es ist kein Spiel zur Unterhaltung. Es geht darum, einen bestehenden Konflikt spielerisch von allen Seiten zu beleuchten und daraus eine für die Lösung des Konflikts positive Schlussfolgerung zu ziehen."

Auch in Europa sind bereits "Games for Impact" im Einsatz. Die deutsche Telekom etwa hat mit Sea Hero Quest ein Spiel herausgebracht, mit dem jeder zu Demenzforschung beitragen kann. Dabei ist das Grundprinzip der "Games for Impact" überall das gleiche:

SPIELE! ÜBERLEGE! VERÄNDERE!

In Österreich stecken sowohl Anwendungen für "Games for Impact" wie auch das Bewusstsein für diese "Spiele mit gesellschaftlicher Auswirkung" (wahrscheinlich auch wegen der nicht gerade reißerischen Übersetzung) noch in den Kinderschuhen. Ein Ziel der Digi Play Days ist daher auch die Zusammenhänge und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Stakeholdern zu verbessern, kreatives Design mit evidenzbasiertem Wissen zu verbinden und den Anstoss für interdisziplinäre Entwicklungen solcher sozial-digitalen Lernspiele zu geben.

Asi Burak beim Innovation Talk

 

Asi Burak, der "Veteran", ist daher nicht nur ein klassischer Social Entrepreneur, weil er in seinem unternehmerischen Wirken die soziale Bedeutung von digitalen (Lern)Spielen für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft aufzeigt.  Er hat mit seinem Wissen und seinem Engagement die Basis für eine Zukunft gelegt, in der Empathie, sozialer Zusammenhalt und gesellschaftpolitische Verantwortung wieder mehr in den Vordergrund rücken.  Seine zahlreichen Anwendungen aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Verwaltung, Sicherheit und Gesundheit zeigen das deutlich auf.

Asi Burak wird im Rahmen des Innovation Talk der Österreichischen Lotterien und der Julius Raab Stiftung am 16. September eine Key Note zum Thema "The Power of Play!" halten. Details dazu erhalten Sie unter info@juliusraabstiftung.at

Was die Games for Change bereits alles bewirkt haben und wie ihr "Schöpfer" Asi Burak dies kommentiert, sehen Sie in diesem Video.

Einen interessanten Überblick zu Beiträgen auf Games 4 Change Veranstaltungen finden Sie auf dem Youtube-Kanal von Games4Change 

(nh)