Beharrende Kräfte sind wie schwarze Löcher.

Für viele im deutschsprachigen Raum ein Ritual: den Sonntag beschließt man mit einem Tatort und darauf folgender politischer Talkshow. Vergangenen Sonntag war es für Fans digitaler Bildung Anne Will. Im Zentrum der Diskussion sollte eigentlich das Thema "Arbeitswelt der Zukunft" stehen. Doch unter dem Strich ging es um den Umgang mit Veränderung.

Beharrende Kräfte können schlimmer als schwarze Löcher sein

Wie immer, wenn es um Veränderung geht, gab es auch in dieser Runde ein schwarzes Loch, das als beharrende Kraft die konstruktive Energie aus der Debatte sog: der von Fokus Online als "Krawall-Psychiater" bezeichnete Manfred Spitzer übernahm - man möchte schon fast sagen überragend - diese Rolle. Und das auch noch freiwillig.

Das Leben findet in der Grauzone statt

Als Autor von Bestsellern wie "Die Digitale Demenz" bestätigt er all jene, die den digitalen Wandel nicht verstehen wollen (obwohl sie es vermutlich alle könnten). Dogmatisch wird das Neue abgelehnt, da die Erkenntnis, dass es Bestehendes ergänzen könnte nicht zugelassen wird. Diskutiert wird nur in Weiß und Schwarz, Gut und Böse, obwohl sich das Leben doch in der Grauzone abspielt. 

Digitale Kompetenzen werden, müssen zur Kulturtechnik werden und Lesen, mit der Hand schreiben und Rechnen ergänzen und nicht ersetzen. Schade, dass intelligente Menschen wie Manfred Spitzer ihr Kraft und ihre Kompetenz nicht konstruktiver einsetzen. 

Und obwohl viel Energie auf die beharrende Kraft Manfred Spitzer verwendet wurde, wurde auch viel Richtiges und Interessantes  bei Anne Will am 30.10. angesprochen. Wer mag, kann die abwechslungsreiche Runde hier nachschauen.

Elisabeth Mayerhofer